Jugendliche brauchen Hilfe und Unterstützung bei der beruflichen Orientierung

Aktualisiert: vor 4 Tagen

Ich berate Jugendliche bei der Berufswahl oder zur beruflichen Umorientierung und ich stelle fest, dass es für Jugendliche schwieriger geworden ist, sich zu orientieren und sich in der Arbeitswelt zurecht zu finden.


Es gibt einerseits mehr Berufe und andererseits gibt es viele Plattformen und Möglichkeiten, wo man sich informieren kann. Darum ist es für Jugendliche sehr wichtig, dass sie bestmöglich über ihre Stärken, Erwartungen und Interessen Bescheid wissen, da dies gleichzeitig auch eine gute Selektionsmöglichkeit bietet.


Eltern kennen die Interessen Ihrer Kinder


Indem Eltern bei ihren Jugendlichen darauf achten, was ihren Kindern leicht von der Hand geht, welche Interessen sie haben und was ihnen Freude bereitet, können Sie daraus Kompetenzen ableiten. Das heißt Eltern könnten sich die Frage stellen, welche Kompetenzen man für eine bestimmte Tätigkeit braucht und in welchem Beruf sie zu finden sind. Zum Beispiel, wenn der Jugendliche gerne online Spiele spielt: Bei vielen Spielen braucht es Strategie, Planung, Vorausdenken, Vernetzung mit anderen. Aufgrund dieser Themen könnte man nun Berufsfelder anschauen, wo diese Voraussetzungen notwendig sind.


Jugendlichen steht heute eine Vielzahl unterschiedlicher Karriere- und Ausbildungswege offen. Sie brauchen aber für die Entscheidung entsprechende Unterstützung von den Eltern, der Schule und Beratungsstellen.


Ich beobachte, dass die meisten Jugendlichen mit ihren Eltern und/oder nahen Verwandten ihre Ausbildungsmöglichkeiten besprechen. Zu mir kommen Jugendliche mit ihren Eltern, wenn es darum geht, sich eine Bestätigung für die Entscheidung zu holen und, wenn sie sich über schulische Möglichkeiten informieren möchten. Zum anderen berate ich Jugendliche, die noch nicht wissen, welche Wege sie beschreiten möchten. Dazu arbeite ich unterstützend mit einer Persönlichkeitsanalyse. Diese zeigt nicht nur Berufsfelder auf, sondern identifiziert auch Stärken, Verhaltensweisen, Motivationen und Interessen. Anschließend geht es dann um die Entscheidung weiterführende Schule oder Lehre.


Unternehmen und künftige Lehrlinge müssen zusammenpassen – Mut im Bewerbungsgespräch


Falls der Weg in Richtung Lehre geht ist ein wesentlicher Punkt im Bewerbungsgespräch, dass sich Jugendliche trauen und den Mut haben, Fragen zu stellen. Hier geht es sehr oft um Begriffsdefinitionen. Das bedeutet, dass jeder Mensch grundsätzlich unter einem Begriff etwas anders versteht. Für Sie ist „Marketing“ zum Beispiel etwas anderes, als für mich und dadurch beginnen hier sehr oft Missverständnisse zwischen Unternehmen und BewerberInnen. Umgehen bzw. lösen lässt sich das Thema, in dem man erklärt, was seitens Unternehmen unter „Marketing“ verstanden wird, welche Erwartungen in diesem Bereich an die MitarbeiterInnen gesetzt werden und, wie Marketing im Unternehmen überhaupt gelebt wird. Schon allein dadurch, haben BewerberInnen eine konkretere Vorstellung der Position und können für sich abwägen, ob sie „dazu passen“.


Der Mut, solche Punkte im Bewerbungsgespräch anzusprechen und einzufordern, ist mir in meinen Workshops mit Jugendlichen sehr wichtig. Es auch darum zu lernen, auf was man im Gespräch achten sollte, damit man für sich selbst auch wirklich gut entscheiden kann, ob man zum Unternehmen passt oder nicht. Die BewerberInnen haben sozusagen ein Portfolio anzubieten, einen reichen Erfahrungsschatz und das Unternehmen hat auf der anderen Seite vielleicht die Möglichkeiten dazu und genau hier gilt es zu erkennen, ob man zueinander passt.


Vor allem bei Gesprächen mit zukünftigen Lehrlingen ist seitens Unternehmen sehr wichtig, den Jugendlichen eine Perspektive aufzuzeigen. Das heißt auch zu erklären, welche Erwartungen das Unternehmen in den künftigen Lehrling setzt, welche Möglichkeiten es nach der Lehre im Unternehmen gibt und wie sich das Berufsbild bzw. die Tätigkeit des jeweiligen Lehrberufs gestaltet. Das ist insofern wichtig, weil jedes Unternehmen das entsprechende Berufsbild für sich ein wenig anders definiert. Erwartungen, Lehrzeit, Perspektive sind auch Punkte, die Bewerberinnen und Bewerber im Bewerbungsgespräch klären sollten.


In Bewerbungsworkshops helfe ich Jugendliche sich auf das Bewerbungsgespräch vorzubereiten


Im Bewerbungsworkshop geht es nicht nur allein darum, wie man sich präsentieren soll, sondern, welche Fragen man stellen darf und kann, um herauszufinden ob man zum Unternehmen passt. Vor allem steht das Üben und Ausprobieren hier im Vordergrund. Viele BewerberInnen müssen für den Bewerbungsprozess gestärkt werden und können im geschützten Rahmen eines Bewerbungsworkshops ihre Ängste, Befürchtungen und Fragen offen stellen. Themen wie Auftreten und Wirkung, Bewerbungsunterlagen haben im dabei ebenfalls ihren Platz.




Bianca Lettenbichler setzt sich sehr für Lehrlinge und AusbilderInnen ein, sie begleitet Jugendliche in der Berufswahl und -vorbereitung und berät UnternehmerInnen, denen die Zufriedenheit ihrer MitarbeiterInnen am Herzen liegt.


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