Was brauchen Lehrlinge in dieser Zeit?

Aktualisiert: 16. Dez 2020

Die aktuelle Zeit ist für Lehrlinge eine große Herausforderung. In Betrieben können Berufsbilder teilweise nicht richtig gelehrt werden, AusbilderInnen, MitarbeiterInnen sind angespannt, "Corona-frustriert" und Lehrlinge sind mitten drin. Besonders für Lehrlinge im 1. Lehrjahr ist diese Zeit sehr herausfordernd und es ist für sie ganz besonders schwierig, dass sie motiviert bleiben.


Lehrlinge brauchen in diesen Tagen noch mehr Unterstützung


Ihre Lehrlinge brauchen Sie nun noch mehr als AnsprechpartnerIn und Bezugsperson. Vor allem braucht es Sie als Mensch, mit dem man sich austauschen kann - nicht nur beruflich, sondern alle möglichen Themen. Es gibt Jugendliche, für die es wenig Einschränkungen gibt, es gibt aber auch Jugendliche, die Angst haben, weil sie das Berufsbild nicht richtig erlernen können - man denke an körpernahe Dienstleistungsberufe. Es gibt auchJugendliche in Quarantäne oder solche, die ihre Eltern oder Geschwister pflegen müssen.


Viele Lehrlinge fühlen sich momentan eher verloren, eingesperrt, frustriert und ohne Perspektive. Sie als AusbilderIn können den Lehrlingen in dieser Zeit Orientierung, Sicherheit, Mut und Zuversicht geben.


Es geht wie so oft im Leben ums Zuhören und Dasein!


Sie sollten Ansprechsperson für alle Themen sein und vor allem sollten sie sich menschlich zeigen, jemand, mit dem man reden kann, der zuhört und, der seine Meinung äußert. In diesen Tagen können sich Lehrlinge eine Karriere mit Lehre oft noch weniger vorstellen! Geben Sie Ihren Lehrlingen Zuversicht und kümmern Sie sich um Ihre Lehrlinge. Sie werden es Ihnen danken, in dem Sie sich dem Unternehmen und vor allem Ihnen verbunden fühlen.


Tipp für die Praxis


Nehmen Sie sich alle 10 bis 14 Tage eine halbe Stunde Zeit für ein persönliches Gespräch mit Ihrem Lehrling. Trinken Sie eine Tasse Tee oder Kaffee zusammen und fragen Sie den Jugendlichen, wie es ihr, ihm momentan geht. Das kann sowohl persönlich, als auch virtuell statt finden - je nach aktueller Situation.

Folgende Fragen könnten als Gesprächseinstieg helfen: "Wie empfindest du die momentane Zeit?", "Wie geht es dir zu Hause?", "Auf welche Themen freust du dich nach Corona wieder ganz besonders?", "Was vermisst du grad am meisten?" Natürlich geht es bei diesem Gespräch um einen Dialog, in dem auch die Ausbilderin, der Ausbilder etwas über sich und die eigenen Empfindungen erzählt.


Kontaktieren Sie mich für mehr Tipps zur Entwicklung der Lehrlingsausbildung.




Bianca Lettenbichler beratet und begleitet AusbilderInnen und Lehrlinge. Erhöhung der Ausbildungsqualität und Wertschätzung auf beiden Seiten sind ihr besonders wichtig.


Reinhören...

In ihren Podcasts gibt sie Praxistipps für Ausbilder und Ausbilderinnen von Lehrlingen und Azubis.